Verein
Der FBR, was ist das?
Der FBR setzt sich aus Reiterinnen und Reitern zusammen, die:
1. die fast vergessene Klassische Reitkunst der alten Meister fördern.
2. eine pferdegerechte Reitweise anstreben, die sich aus einer möglichst guten Harmonie zwischen Mensch und Pferd ergibt.
3. Freude und Liebe zum Pferd als Grundsatz haben.
4. die Reiterei nicht in erster Linie als Sport sondern vor allem aus Freude am Reiten selbst betreiben.
Historische Grundlagen der Klassischen (Barocken) Reitkunst
Schon im Altertum stand die Reitkunst in hohen Ehren und hatte auch einen bedeutenden Grad der Entwicklung erreicht, wie dies aus den Werken von Xenophon, einem griechischen Feldherrn und Staatsmann, der um 400 v. Chr. lebte, hervorgeht. Das Verhalten dem Pferd gegenüber war auf Einfühlung und gutem Umgang aufgebaut. Mit dem Untergang des griechischen Weltreichs ging unter anderem auch diese Reitkunst unter, bzw. hörte auf, eine Kunst zu sein. Erst etwa 2000 Jahre später, im 16. Jahrhundert, fand mit dem Aufblühen der Schönen Künste auch die in Vergessenheit geratene Reitkunst ihre Erneuerung. So entstand nach längerer Entwicklungszeit die berühmte Reitakademie in Neapel. Unter vielen anderen war auch der Franzose Pluvinel ein Schüler dieser Reitakademie. Er kehrte sich von den bis dahin in mehr oder weniger hohem Masse angewandten Gewaltmethoden ab und ebnete damit den Weg für den grössten Reitmeister Frankreichs: François Robichon de la Guérinière. Die Blütezeit der barocken Reitkultur war im 17. und 18. Jahrhundert. Beliebt waren üppige Formen, Kraft und Spannung, höfischer Glanz, Lebensfreude und Verspieltheit. Die Wurzeln der barocken Reitkultur lagen im iberisch-nordafrikanischen Raum. Die Pferde wurden eingesetzt zum Reiten, Fahren, Krieg im Nahkampf und Stierkampf, aber auch zu Repräsentationszwecken am Hof (Macht und Ansehen). Die Pferderassen die damals gezüchtet und eingesetzt wurden nennt man barocke Pferde. Sie waren unter dem Einfluss iberischer Rassen entstanden: Quadratpferde mit kurzem Rücken, hoch angesetztem Hals, mit erhabenen Bewegungen, hoher Versammlungsfähigkeit und Wendigkeit. Grosser Wert wurde auf den Charakter gelegt: sanft und ehrlich, jedoch mit feurigem, spritzigem Temperament, hoher Kooperationsbereitschaft und Rittigkeit, und natürlich mit guten Nerven. Dieses Zuchtziel ist grossenteils auch heute noch gültig. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die europäische Reitkunst fast ausschliesslich von Frankreich beeinflusst. Mit der Französischen Revolution und den napoleonischen Feldzügen hörten dann jedoch die meisten Pflegestätten der Klassischen Reitkunst (die heute auch unter dem Namen „Barocke Reitkunst“ bekannt ist) zu bestehen auf. Die Tradition wurde in der Folge dann an der spanischen Hofreitschule in Wien, in Jerez de la Frontera in Spanien und auch in Portugal (u.a. durch den grossen Reitmeister Nuño Oliveira) weitergepflegt. Ihnen ist es zu verdanken, dass das Gedankengut dieser wunderbaren Reiterei bis heute erhalten geblieben ist.
Der FBR und die Klassische Reitkunst
Der FBR hat sich ganz dieser klassischen (oder eben: barocken) Reitkunst verschrieben und es sich zum Ziel gesetzt, deren Prinzipien nicht nur selber zu praktizieren,
sondern sie auch weiterhin zu erhalten, zu fördern und nach Möglichkeit auch weiterzugeben.
Inwieweit ein Pferd in den einzelnen Lektionen gefördert werden kann, hängt neben der Rasse natürlich auch stark von den Fähigkeiten des Ausbilders und der Qualität
des einzelnen Pferdes ab.
Aktivitäten des FBR
Sie umfassen spezifische Weiterbildung, Organisation von Reitkursen, Durchführung von Vorführungen (Quadrille). Des weiteren vermittelt der FBR Reitunterricht. Der FBR pflegt den Kontakt zu gleichgesinnten Organisationen, Vereinen, Zuchtstätten und Reitschulen.
Der FBR - wie alles anfing
Sandra Schmid-Widmer (vormals Broger), ein Gründunsmitglied des FBR schreibt uns dazu Folgendes:
“Am 6. Dezember 1992 trafen sich in Illnau bei uns zu Hause, eine Handvoll Leute zur Gründung einer Interessengemeinschaft für die barocke Reitweise
(bald bürgerte sich dann immer mehr der Name “Freunde Barocker Reitkunst” bzw. die Abkürzung “FBR” ein). Anwesend an dieser Gründungsversammlung waren:
- Martina und Ruedi Meier
- Silvia und Thierry Vontobel
- Maria Campagiorni
- Liliane Schmid
- Marianne Del Sole
- Christina Müller-Meli
- Corinne Hess-Gemperle
- Sandra und Stefan Broger-Widmer
Wie kam es überhaupt zur Gründung dieser Interessengemeinschaft?
Fast alle waren wir Reitschüler von Heinz Baumgartner, Herschmettlen. Für einen Auftritt in Bern am Tage des Barocken Pferdes, fuhren Corinne und ich viele Male
nach Schwaderloch, wo sich der inzwischen umgezogene Heinz Baumgartner befand. Wir lernten so auch die anderen Reitschülerinnen und Reitschüler von Heinz Baumgartner
kennen, und bald entstand aus den Gesprächen das Bedürfnis, das erworbene Wissen rund um die Barocken Pferde und die Reiterei weiter zu vertiefen und mit
Gleichgesinnten auszutauschen. Damals war jeder in seinem Umfeld auf „exotisch einsamem Posten“.
Dann fand mit Richard Hinrichs im TG bei Mascot Arabians der erste Reitkurs statt, wo wir auf Rosy und Bruno Bosshard, und Helga und Rolf Syz stiessen. Die waren
dann auch von der Idée begeistert sich uns im Rahmen einer IG anzuschliessen.
Wir organisierten unsern 1. Reitkurs in Fehraltdorf mit Heinz Baumgartner, jeder half mit wo es ging!
Ich lernte dann Irmgard Josseck und Ihre Tochter Henriette kennen. Wir konnten beide mit viel Herz für unsere Sache gewinnen, Irmgard als Reitlehrerin der feinsten
Klasse und Henriette als engagierte Tierärztin.
Es folgten Ferienkurse in Ungarn bei Vontobels, wo wir die Kontakte von Irmgard zur Hofreitschule in Wien intensivieren konnten.
Auch der Ausbilder von Corinne, die damals noch in Spanien lebte, der heutige Oberbereiter in Jerez, José Maria Sanchez, wurde eine wichtige Person. Es kamen
immer mehr Leute dazu, u.a. Katja und Mathias Weis, durch sie wiederum der Ausbilder Pedro de Almeida als Reitlehrer aus Portugal, was für den FBR auch zu einer
Bereicherung der Angebote führte. Der Aufbau einer Barock - Quadrille kam dazu, es gäbe noch viel zu erzählen…ein Stein kam ins Rollen für die barocke Reitkunst.
Es freut mich, dass die Szene sich so weiterentwickelt hat, auch wenn ich selber nicht mehr aktiv dabei sein kann, der Einsatz von uns Allen hat sich gelohnt”.